Mittwoch, 22.02.2012
Handball Chronik

Geschichte der Handballabteilung

Der TSV-Handball vor 1980

Quelle: Auszug aus der Festzeitschrift zum 75 jährigem Jubiläum der Handballabteilung, geschrieben von Dr. G. Altevogt

Lange Jahre galt Ladbergen als die Handball-Hochburg des Tecklenburger Landes. Pokale,die bei Turnieren ausgespielt wurden, waren fast immer eine sichere Beute der 1. TSV- Handball-Mannschaft der Männer. Alljährlich, seit 1951, wurde vom TSV ein von der Gemeinde aus Anlaß der 1000- Jahrfeiern der ersten Erwähnung Ladbergens im Jahre 950 gestifteter Pokal ausgespielt. Immer waren es spielstarke Teams aus der näheren und weiteren Umgebung, die zu diesen spannenden Turnieren eingeladen wurden. Traditionsmannschaften wie SC Münster 08, DJK Borussia Münster, DJK Marathon Münster, Polizei SV Münster TuS Saxonia Münster, Post SV Münster, DJK Mauritz, SC Gremmendorf, ESV Münster, SV Osnabrück/Eversburg, TV Emsdetten, TB Burgsteinfurt, SC Preußen Rheine, SC Greven 09, TuS Bramsche, TuS Lingen, TV Kattenvenne, TV Hohne, TV Lengerich, SV Ahlen, S.K. Enschede (NL), TV „Deutsche Eiche“ Kölkebeck, SG Hörste, SV Versmold, TG Münster 1862, SV Ibbenbüren, VfL Mettingen, SuS Neuenkirchen und TV Ennigerloh waren die Teilnehmer bei den 37 TSV-Turnieren, die leider mit der 37sten Auflage im Jahre 1988 letztmalig über den Hallenboden der Rottsporthalle gingen. Als Grund wurde keineswegs  mangelndes Interesse angegeben, sondern Terminnöte  angesichts der immer mehr von Punktspielen ausgefüllten knappen Freizeit zwischen den jeweiligen Meisterschaftsspielen,  d.h. in den Sommermonaten Mai bis August.
Die große Zeit des Handballsports begann  eigentlich sogleich nach der Neugründung des TSV. Bereits 1 Jahr später gelangen die Gruppenmeisterschaft und der Aufstieg in die – damals sogenannte Gauliga Nordwestfalen. Es spricht für die Begeisterung der Ladberger Sportler für das Handballspiel, das sie bis zur Spielzeit 1967/68 durchgehend in dieser Spielklasse verblieben, wobei die regionalen Grenzen öfter wechselten, indem Mannschaften aus dem Raum Osnabrück/Lingen zeitweilig verbandstechnisch zur Liga-Spielgemeinschaft Münster/Osnabrück zusammengeschlossen wurden, in welcher die TSV-Teams spielten.
Danach erfolgte allerdings zweimal nacheinander der Abstieg in die Kreisliga Münster. Doch schon 1969/70 wurde der TSV – unter der Trainingsleitung von Horst Schemmel aus Warendorf – ungeschlagener Meister der Kreisliga. Passend zum 50-jährigen TSV-Jubiläum erfolgte im Jahre 1971 in der Spielzeit 1970/71 der Aufstieg in die Bezirksliga Münster. Der bedingte allerdings, daß die 1. Mannschaft nicht mehr in der Turnhalle an der Jahnstraße spielen durfte, da die kleinen Hallenmaße nicht die für höherklassige Spiele erlaubte Spielfeldgröße von 20x40 m aufwies. So mußten die TSVer ihre Spiele in Lengerich, in  der Sporthalle am Kirchpatt, austragen, während das Training weiterhin in der kleinen Ladberger Halle stattfand.

Umso beachtlicher war dann, daß die TSVer schon zur Spielzeit 1973/74 in die nächsthöhere Klasse aufsteigen konnten. Aber dieser Aufstieg kam offenbar zu früh für das junge TSV-Team, denn am Ende der Spielzeit mußte es wieder den Gang in die Bezirksliga antreten. Aber nun wehte ein frischer Wind. Als neuer Trainer trat Lutz Mertens aus Münster, ein früherer Bundesligaspieler, in TSV-Dienste. Er wußte das Team zu motivieren und stieg nach nur einem Jahr erneut in die Landesliga auf, wo es 17 lange Jahre in dieser Landesliga Nordwestfalen blieb.

Die Mannschaft durchlebte dort alle Phasen vom Fast-Abstieg, als Werner Hölscher im Spiel gegen die SG Gremmendorf in letzter Sekunde das entscheidende Tor zum Klassenerhalt erzielte bis zum Aufstieg in die Verbandsliga-Westfalen-Nord am Ende der Spielzeit 1992/93. Zwar ging in dieser Spielzeit die Meisterschaft erneut verloren, aber die TSVer konnten als Tabellen-Zweite am 9. Mai 1993 nach verschiedenen Entscheidungsspielen den Verbandsliga-Aufstieg feiern.

Und auch in  der neuen Klasse sorgten Ladbergens Handballer weiterhin für Furore. Unter Trainer Jan Wolski aus Emsdetten, der im Juli 1992 vom TSV verpflichtet wurde und gleich in seinem ersten Jahr den Verbandsliga-Aufstieg geschafft hatte, gelang schon nach einem Jahr Verbleib in der Verbandsliga der weitere Aufstieg in die Oberliga Westfalen. Am 20. April 1996 hieß es in den „Westfälischen Nachrichten“: Das Heidedorf schreibt Handballgeschichte. Die TSVer hatten sich selbst und ihren großen Anhang völlig überrascht, schüttelten an diesem Tag ihren ärgsten Verfolger DJK Sparta Münster ab und setzten sich an die Spitze der Verbandsliga, feierten am letzten Spieltag mit 40:12 Punkten vor Sparta Münster 38:14 und TV Soest den Aufstieg in das westfälische „Oberhaus“.

In der von Jan Wolski trainierten Mannschaft spielten Frank Kopetzki, Siegfried Bürgin, Henrik Berlemann, Martin Fabri, Anton Suslik, Uwe Klöpper, Martin Hakmann, Markus Kiel, Karsten Fiegenbaum, Ulrich Volkmann, Heinz-Peter Schippers und Thorsten Stork.

Nach einem Jahr Oberligazugehörigkeit stieg das Team wieder aus der Oberliga und drei Jahre später, 1999, auch aus der Verbandsliga ab. Der naturbedingte Aderlaß der ins höhere Alter geratenen TSV-Spieler sowie der Abschied einer Reihe von Leistungsträgern, die eine starke Verjüngung der Mannschaft bedingte, war der Grund dafür, daß die TSVer sich wieder in der Landesliga wiederfanden, wo sie derzeit, im 75. Jahr des Ladberger Handballsports, zwar eine bedeutende Rolle spielten, wo sie in der Spielzeit 2005/06 gar Vizemeister wurden, aber gegen starke ostwestfälische Konkurrenz den Aufstieg nicht schaffen konnten. Nichtsdestotrotz ist die Aktraktivität des TSV-Handballs in Ladbergen ungebrochen. Zu den Heimspielen  strömen  jeweils zwischen 400 und 800 Zuschauer in die Rottsporthalle, um dort Spiel, Spannung und Nervenkitzel zu erleben und „ ihrem“ TSV zum Erfolg zu verhelfen.
 
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