Samstag, 19.05.2012
Handball Handball-Demonstration des TSV

Handball-Demonstration des TSV


Und wieder hat sich Alexander Schriewer durchgesetzt und erzielt eines seiner zehn Tore. Der Neuzugang überzeugte gestern als Kreisläufer.Foto:
(Alfred Stegemann)

Die Rehabilitation für die peinliche Schlappe bei der ISV vor zwei Wochen ist gelungen. Und wie. Mit 38:33 (23:12) fegte der TSV Ladbergen gestern Abend den Bundesliga-Nachwuchs von Handball Lemgo aus der Halle. Vor allem die erste Halbzeit beeindruckte. Die war nicht nur einfach gut, die war „bärenstark“, wie es Trainer Tobias Mateina formulierte. Viele der gut 250 Zuschauer waren sich sogar sicher, die vielleicht besten ersten Minuten des TSV überhaupt gesehen zu haben.


Dabei hatte Mateina im Vorfeld mit einigen Unwägbarkeiten zu kämpfen. Patrick Tuttmann fiel wegen einer Magen-Darm-Erkranrung aus. Patrick Schröer ging stark erkälte ins Spiel. Dann musste noch vor der Pause Philipp Wüller mit einer Handverletzung ins Krankenhaus. Diese Rückschläge steckten die Heidedörfler allesamt problemlos weg. Aus der Not machte Tobias Mateina dabei eine Tugen und beorderte Alexander Schriewer für Tuttmann an den Kreis. Und die Ladberger Nummer acht wuchs förmlich über sich hinaus. Zwar hatte er in den Testspielen und auch kurz in der Meisterschaftssaison am Kreis bereits ausgeholfen, dennoch ist es nicht seine eigentlich Position. Und doch hat sich Schriewers dort absolut wohl gefühlt. Als wäre der TSV nie anders aufgetreten, klappten die Anspiele an den Kreis fast blind. Und nahezu alle verwertete Schriewers zu toren. Bei nur einem Fehlwurf markierte er zehn Treffer.
Einen Sahnetag erwischte auch Tino Hakmann im TSV-Tor, der gleich reihenweise Würfe des Gegners unschädlich machte. Zwar bekamen die Hausherren den gefährlichen Lemgoer Rückraumschützen Janik Rauchschwalbe, der 14 Mal traf, nicht in den Griff. Das aber war zweitrangig, da alle anderen Vorgaben des Trainers nahezu hundertprozentig umgesetzt wurden.
Die erste Halbzeit glich einer Handball-Demonstration. Wie Drei-Sterne-Köche zelebrierten die Hausherren ihren Sport und schlossen fast jeden Angriff erfolgreich ab. War die Partie bis zum 4:3 ausgeglichen, zog der TSV auf 12:3 davon und lag nach exakt 15 Minuten bereits mit zehn Toren vorne (14:4). Der größte Vorsprung betrug 14 Treffer (23:9) in der 25. Minute.
Dem Handball-Zauber der ersten Halbzeit musste der TSV nach dem Seitenwechsel Tribut zollen. Bis auf fünf Tore kam Lemgo heran, wirklich in Verlegenheit konnten die Gäste die Mannen um Trainer Mateina jedoch nicht bringen. Der war hin und weg: „Heute kann ich nur eines machen, rundum ein Pauschallob an alle verteilen.“

 

TSV Ladbergen: Hruschka, Hakmann - T. Kipp (3), Helmers (1), Rathmann (1), Wüller (4), Pabst (1), Schriewer (10), J. Schröer (3), Braithwaite (5), P. Schröer (5), Kotlewski (1), Graß (4/1)
 

HSG Handball Lemgo 3: Spanke - König (1), Edler, Kaatze, Rößler, F. Arning (5), Sridlik (1), Meierjürgen (4/1). Harting (5), Rauchschwalbe (14/2), A. Reeker (3), Siemers
 

Spielfilm: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 4:2, 4:3, 12:3, 12:4, 14:4, 14:6, 16:6, 16:8, 21:8, 21:9, 23:9, 23:12. - 24:12, 24:14, 25:14, 25:17, 26:17, 26:19, 27:19, 27:20, 28:20, 28:22, 31:22, 31:25, 31:26, 32:26, 32:27, 34:27, 34:28, 35:28, 35:30, 36:30, 36:31, 37:31, 37:33, 38:33.

Siebenmeter: TSV (1), verwandelt von Graß; Lemgo (4) Rauchschwalbe verwandelt dreimal, Meierjürgen scheitert einmal an Hakmann

Zeitstrafen: TSV (3): Schriewers (2), Braithwaite. - Lemgo (5): Hartin (2), Simers (2), Rauchschwalbe

Zuschauer: 250.
 

Trainerstimmen:

Frank Frodermann,Trainer von Handball Lemgo 3: „In der ersten Halbzeit waren wir gar nicht da. Nach dem Seitenwechsel hat Ladbergen nachgelassen, so dass wir die zweite Halbzeit ausgeglichen gestalten konnten. Insgesamt aber war unser Rückzugverhalten katastrophal. Und vorne haben wir ganz schwach abgeschlossen.“

Tobias Mateina,Trainer des TSV Ladbergen: „Die erste Halbzeit war bärenstark. Da hat die Mannschaft genau das umgesetzt, was wir besprochen hatten. Dass man angesichts der klaren Führung dann ein wenig nachlässt, ist klar. Dennoch war die Einstellung aller absolut top. Da möchte ich niemanden herausheben.“
 

VONALFRED STEGEMANN, LENGERICH

 

 
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